Es ist schon ein langer Weg, bis alles gut wird.
12 Sep. 2015 10:09 - 12 Sep. 2015 15:06 #21426
von Libelle15
Es ist schon ein langer Weg, bis alles gut wird. wurde erstellt von Libelle15
Einen schönen guten Tag allerseits.
Salamander meinte, ich solle mal etwas von meinem Teich zeigen. Also hier eine kleine Übersicht.
Angefangen hat alles vor vierzehn Jahren. Ich wollte einen Bagger mieten, um einige Fundamentgräben auszuheben. Der Wochenendtarif von Freitag bis Montagfrüh war attraktiv, so habe ich noch rasch das lange schwelende Projekt eines Teiches in Vermessen, Rand markieren, Nivellierpfähle einschlagen usw. umgesetzt. Die Fundamentgräben waren schnell fertig, mein Umgang mit dem Bagger sicherer geworden. So ging es an das Ausheben der Teichgrube.
Einige Probleme machte die Reichweite des Auslegers. Die Grube sollte größtenteils 2 Meter tief werden, der Umriss ein etwas unregelmäßiges Oval von 14 mal 12 Metern. Am Ende arbeitete ich mich auf einer schmalen Landzunge von der Grubenmitte rückwärts bis zum vorgesehen Rand aus der Baustelle heraus. Als ich wieder auf gewachsenem Grund stand, plumpste mir ein Stein vom Herzen bis hinab zum tiefsten Punkt der Grube.
Die gut 200 Quadratmeter 1,5mm Teichfolie, angeliefert „frei Borsteinkante“, waren schon ein Transportproblem in den Garten hinein. Das war aber nichts gegen das anschließende Auslegen und Einbringen in die Grube. Glücklicherweise hatte ich eine größere Menge an Balken 10 mal 12 Zentimeter für den vorgesehenen Hochbau schon geliefert bekommen, so ließen sich Brücken und Rampen herstellen. Die alten Ägypter beim Pyramidenbau hätten ihre Freude daran gehabt. Freundlicherweise half mir dabei ein Bekannter mit kräftigen Armen. Allein ist das nie zu schaffen.
Unter der Folie haben wir die gesamte Grube mit Matten aus Mineralwolle bis etwas über den Rand hoch ausgelegt. Mein Baustoffhändler bot mir dafür zwei LKWs mit beschädigten Mattenrollen zwischen 120 und 160 mm Dicke zum Pauschalpreis von 3 DM pro Quadratmeter an. So schnell wie da habe ich nur einmal auf dem Standesamt „ja“ gesagt.
Nach einem Tag, an dem die Luft von Flüchen und Seufzern erzitterte, war alles ausgelegt und der Rand zugeschnitten. Blieb am nächsten noch die Gestaltung des Randes mit großen flachen Steinen, und dann konnte das Wasser losmarschieren. Wegen des kümmerlichen Halbzollschlauches musste der Zufluss über Nacht fortgesetzt werden, aber am nächsten Vormittag war es dann so weit.
Die bereits viel zu früh gekauften ersten Pflanzen konnten eingesetzt werden.
Der auf die Folie gefüllte Sand sorgte noch für eine milchige Trübung des Wassers, die sich aber nach wenigen Tagen vollständig abgesetzt hatte. Auf dem Bild ist die Hanglage zu erkennen. Der gesamte Aushub verschwand talseitig in einem außen zweieinhalb Meter hohen Damm.
Auf einem neueren Bild kann in etwa die Anlage des Teichgrundes gezeigt werden. An den vorne liegenden höheren Steinen beginnt die Wassertiefe von 15 Zentimetern in einem drei Meter breiten Bogen nach links bis zum hinteren Ende auf 80 Zentimeter abzusinken. Rechts dieses Bogens fallen alle Ufer mit 40 Grad Neigung ab bis zum tiefsten Bereich (170 cm). Rechts und links der Steine ist eine Sumpfzone von etwa zwei und sechs Quadtratmetern angelegt.
Ein fortwährendes Problem schafft die wenige Sonne, die den Teich erreicht. Voll beschienen wird er nur gut zwei Stunden am Tag. Die schattengebenden Bäume, uralte Buchen von 20 bis 25 Metern Höhe, sorgen auch noch für reichlich Abwurf an Laub, Fruchtkapseln und Blattknospenhülsen.
So romantisch im Spätherbst das auch aussehen mag, daraus haben sich im Verlauf der Jahre immer kompliziertere Probleme mit der Wasserqualität entwickelt. Seit etwa 10 Jahren verwandle ich den Teich vor Beginn des Blattabwurfs in ein Zirkuszelt. Die umliegenden Blätter wären sonst alle im Wasser.
Fortsetzung folgt gleich.
Christian
Salamander meinte, ich solle mal etwas von meinem Teich zeigen. Also hier eine kleine Übersicht.
Angefangen hat alles vor vierzehn Jahren. Ich wollte einen Bagger mieten, um einige Fundamentgräben auszuheben. Der Wochenendtarif von Freitag bis Montagfrüh war attraktiv, so habe ich noch rasch das lange schwelende Projekt eines Teiches in Vermessen, Rand markieren, Nivellierpfähle einschlagen usw. umgesetzt. Die Fundamentgräben waren schnell fertig, mein Umgang mit dem Bagger sicherer geworden. So ging es an das Ausheben der Teichgrube.
Einige Probleme machte die Reichweite des Auslegers. Die Grube sollte größtenteils 2 Meter tief werden, der Umriss ein etwas unregelmäßiges Oval von 14 mal 12 Metern. Am Ende arbeitete ich mich auf einer schmalen Landzunge von der Grubenmitte rückwärts bis zum vorgesehen Rand aus der Baustelle heraus. Als ich wieder auf gewachsenem Grund stand, plumpste mir ein Stein vom Herzen bis hinab zum tiefsten Punkt der Grube.
Die gut 200 Quadratmeter 1,5mm Teichfolie, angeliefert „frei Borsteinkante“, waren schon ein Transportproblem in den Garten hinein. Das war aber nichts gegen das anschließende Auslegen und Einbringen in die Grube. Glücklicherweise hatte ich eine größere Menge an Balken 10 mal 12 Zentimeter für den vorgesehenen Hochbau schon geliefert bekommen, so ließen sich Brücken und Rampen herstellen. Die alten Ägypter beim Pyramidenbau hätten ihre Freude daran gehabt. Freundlicherweise half mir dabei ein Bekannter mit kräftigen Armen. Allein ist das nie zu schaffen.
Unter der Folie haben wir die gesamte Grube mit Matten aus Mineralwolle bis etwas über den Rand hoch ausgelegt. Mein Baustoffhändler bot mir dafür zwei LKWs mit beschädigten Mattenrollen zwischen 120 und 160 mm Dicke zum Pauschalpreis von 3 DM pro Quadratmeter an. So schnell wie da habe ich nur einmal auf dem Standesamt „ja“ gesagt.
Nach einem Tag, an dem die Luft von Flüchen und Seufzern erzitterte, war alles ausgelegt und der Rand zugeschnitten. Blieb am nächsten noch die Gestaltung des Randes mit großen flachen Steinen, und dann konnte das Wasser losmarschieren. Wegen des kümmerlichen Halbzollschlauches musste der Zufluss über Nacht fortgesetzt werden, aber am nächsten Vormittag war es dann so weit.
Die bereits viel zu früh gekauften ersten Pflanzen konnten eingesetzt werden.
Der auf die Folie gefüllte Sand sorgte noch für eine milchige Trübung des Wassers, die sich aber nach wenigen Tagen vollständig abgesetzt hatte. Auf dem Bild ist die Hanglage zu erkennen. Der gesamte Aushub verschwand talseitig in einem außen zweieinhalb Meter hohen Damm.
Auf einem neueren Bild kann in etwa die Anlage des Teichgrundes gezeigt werden. An den vorne liegenden höheren Steinen beginnt die Wassertiefe von 15 Zentimetern in einem drei Meter breiten Bogen nach links bis zum hinteren Ende auf 80 Zentimeter abzusinken. Rechts dieses Bogens fallen alle Ufer mit 40 Grad Neigung ab bis zum tiefsten Bereich (170 cm). Rechts und links der Steine ist eine Sumpfzone von etwa zwei und sechs Quadtratmetern angelegt.
Ein fortwährendes Problem schafft die wenige Sonne, die den Teich erreicht. Voll beschienen wird er nur gut zwei Stunden am Tag. Die schattengebenden Bäume, uralte Buchen von 20 bis 25 Metern Höhe, sorgen auch noch für reichlich Abwurf an Laub, Fruchtkapseln und Blattknospenhülsen.
So romantisch im Spätherbst das auch aussehen mag, daraus haben sich im Verlauf der Jahre immer kompliziertere Probleme mit der Wasserqualität entwickelt. Seit etwa 10 Jahren verwandle ich den Teich vor Beginn des Blattabwurfs in ein Zirkuszelt. Die umliegenden Blätter wären sonst alle im Wasser.
Fortsetzung folgt gleich.
Christian
Letzte Änderung: 12 Sep. 2015 15:06 von Libelle15.
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