Teichbau 2021 - Naturteich 18 m2 in Bayern

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31 März 2021 09:34 #31372 von sony70
Hallo Alfons,

ich weiß auch nicht, warum sonst niemand antwortet...echt schade.

Magst du mal ein Bild von eurem fertigen Teich einstellen bzw. welches PLZ-Gebiet bist du denn?

Wir haben am Wochenende mal die Muttererde ringsum weggegraben (siehe Fotos) und mit Stäben die Wasserhöhe fixiert. Diese soll beim unteren Rand der Zisterne sein. Dort soll auch der Überlauf gebaut werden. Ich habe gestern auch eine Wasserwaage mit drehbarer Libelle gekauft, dass wir am kommenden Samstag - da soll der Minibagger kommen - das Gefälle von 60 Grad messen können. Ich habe noch Bedenken,dass der Baggerfahrer das hinbekommt ohne Musterprofil. Aber dieses vorzugraben wäre eine Schweinearbeit bei dem steinigen und knallharten Lehmboden.

Leider ist beim Entfernen der Muttererde auf der schmalen Nordseite auch noch aufgetaucht, dass die beim Anlegen des Gartens gegrabenen Pflanzlöcher sehr nah aneinander liegen und doch weit ins Grundstück gehen, sodass aktuell nur ein ca. 20 cm fester Boden am Ufer besteht, danach geht es gleich ziemlich nach unten. An einer Stelle haben wir nicht mal das, da ist aus irgendeinem Grund nur grober Granitschotter mit Erde gemischt. Nun müssten wir nach Innen das Ufer und die Uferterrasse aufbauen.

Herr Mausolf von NG meinte, mit Zementmörtel, aber ich denke, dass wir erst mit Frostschutz arbeiten müssen, also diesen alle 10 cm verdichten (mit Handstampfer, gegen Rüttler wehrt sich mein Mann wg. der Trockenmauer), bis wir auf eine Höhe kommen, dass wir mit ca. 4 cm Mörtel und dem Betonstein auf die finale Uferwallhöhe (+5cm)kommen (was muss ich da eigentlich noch hinzurechnen mit Vlies und Folie?). Die Uferterrasse wollten wir nun -15 cm bauen, da wir damit rechnen, dass wir durch den Bachlauf und den Ufergraben immer eine Mindermenge Wasser im Teich haben werden.
Bei der Zeichnung des Teichprofils mit 60 Grad Gefälle und einer Breite der Uferterrasse von 20 cm fiel uns auf, dass da die Uferterrasse nciht sehr gut halten wird (oder?) bei der Steilheit? Vll müssten wir das Gefällt zur Sicherheitsstufe noch reduzieren, aber dann weiß ich nicht ob uns genügend Platz für die tiefe Stelle bleibt. Ich habe auch gelegen, dass manche einen Wulst am Rand der Uferterrasse gebaut haben, dass dort der Sand nicht so runterrutschen kann.

Wie tief würdest du bei dem Boden raten auszugraben um final eine Tiefe von 1,30 zu haben? Gespannt bin ich auch, was uns NG rät zum Schutz der Folie, also ob Flies oder Mörtel unter der Folie, da Sand auf dem Gefälle bei 69 Grad nicht halten wird außer auf dem Boden und auf den Stufen.

Wie tief sollte man die Stufen bauen? Ich wollte 20 cm bauen, da wir bei dem kleinen Teich nur an einer oder zwei Stellen Seerosen einsetzen werden und ansonsten die Bepflanzung auf dem Uferwall- und Terrassse bzw. im Ufergraben gemacht werden soll.

Liebe Grüße

Sonja

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25 März 2021 06:18 #31328 von Alfons-Teich
Noch eine Ergänzung zum Foto:
Der Stab mit der Flasche drauf ist mein Höhenreferenzpunkt für den Laser. Da mein Teich "um die Ecke" geht, hatte ich zwei Stellen präpariert, wo ich wahlweise den Laser aufstellen konnte, um jede Stelle erreichen zu können. Zur Überprüfung, ob die Höheneinstellung des Lasers noch passt, habe ich diesen (und noch einen anderen Stab) genutzt, der von beiden Laserpunkten sichtbar war.
Die Flasche war draufgesteckt, damit der Stab gekennzeichnet ist und sich niemand dran verletzt.

Gruß
Alfons

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24 März 2021 20:01 #31325 von Alfons-Teich
Hallo Sony,

ja gern. Ich habe jeden Tag so viel Spaß mit dem Teich, das wünsche ich jedem! Und deshalb helfe ich gern. Es wäre nur schön, wenn andere Teichfreunde sich auch mal melden würden. Entweder, um meine Gedanken zu bestätigen, oder auch zu widerlegen oder noch andere Möglichkeiten aufzuzeigen.
Ich habe mal ein Foto rausgekramt, wo man meine Bauausführung ganz gut erkennen kann (im Bild von links nach rechts). Bis zum braunen Lehm musste ich den oberen Mutterboden abtragen. Dort drauf kam eine Schicht Schotter 0-16. Jeweils so hoch, dass bis zur Zielhöhe von +5 cm noch Platz für die Betonsteine und etwa 4 cm Mörtel war. Wenn genug Feinanteil im Schotter enthalten ist, reicht es, die Schicht ein bisschen festzuklopfen, das ist dann stabil genug. Das wird ja nicht befahren. Durch die folgende Mörtelschicht und die Betonpflastersteine wird mein Gewicht, wenn ich mal drüberlaufe, genug verteilt. Und der Lehmboden unten drunter ist sowieso betonhart, wenn er trocken ist. Und da das ja später alles unter der Folie ist, wird es trocken! Nachdem der Mörtel ein paar Tage abgebunden hatte und die Steine stabil saßen, habe ich die Böschung angeformt, die bis zur -10 cm-Terrasse führte. Dadurch wurde dann auch der Schotter unter den Betonsteinen auf der Teichseite verkleidet. Diese Neigung ist zu steil für eine gute Begrünung! Naturagart empfiehlt (zu Recht) eine viel geringere Neigung. Ich wollte aber möglichst schnell runter, um genug Platz zum Schwimmen zu haben.
Weiter rechts sieht man dann die dünne Mörtelschicht, die ich zur Sicherheit gegen vorstehende Steine oder Hohlräume aufgebracht habe.
Später wurde auch der Boden vermörtelt. Über diesen Aufbau habe ich dann Vlies, Folie, Verbundmatte und Vermörtelung aufgebracht bzw. am Ufer bis zur Vorderkante der -10 cm-Terrasse die Ufermatte aufgeklebt.
Bei mir steht auch direkt neben dem Teich eine Trockenmauer, nur eben nach oben, um meinen Aushubberg zu stützen. Man sieht oben links sogar frischen Aushub, den ich immer maximal 15 cm dick aufgebracht und dann mit der Rüttelplatte festgerüttelt habe. Dabei bin ich haarscharf an der Mauer lang, manchmal auch versehentlich drauf, und kein Stein hat sich verschoben! Wenn sie gut gesetzt ist, passiert da nichts. Hat übrigens meine Frau gesetzt, ich durfte nur ständig eine große Auswahl an diesen 10 - 30 kg-Brocken zur Begutachtung bereitlegen.
Bisher hatte ich geglaubt, Du wolltest viele Pflanzen. Das üppigste Grün und auch das meiste Leben spielt sich nun mal bei 0 bis - 30 cm ab. Wenn Du darauf verzichtest, wird der Teich recht karg. Nährstoffe kommen immer rein. Raus kommen sie durch Unterwasserpflanzen oder durch Algen. Seerosen brauchen übrigens viel Dünger, holen aber nichts an Nährstoffen aus dem Wasser. Und sie brauchen einen "Stellplatz" zwischen - 30 und - 60 cm. Eure Sicherheitsstufe ist für die Sicherheit gerade noch breit genug, für die Seerosen (vermutlich praktischerweise in Körben, was aber optisch nicht unbedingt die schönste Variante ist) jedoch nicht. Da solltet Ihr ein paar breitere Stellen vorsehen.
10 - 20 cm breiten Ufergraben: hier kommst Du nicht ausreichend nach unten, um ein nennenswertes Substratvolumen für Blutweiderich oder Lilien zu bekommen. Ich habe auf dem Foto im Vordergrund auch keinen Platz für einen Ufergraben gehabt. Hinten in dem Bogen der Mauer kann man einen kleinen erkennen, der jetzt mit Lilien bepflanzt ist. Größer und üppiger bewachsen habe ich das noch an zwei anderen Stellen.

Gruß
Alfons
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24 März 2021 16:24 #31323 von sony70
Lieber Alfons,

schon mal jetzt gaaanz herzlichen Dank für Deine Mühe, mich hier zu beraten. Echt sehr sehr nett.

Nun, was ich bisher gehört und gelesen habe von NG bzw. Norbert Jorek ist, den Teich höchstmöglich frei von Nährstoffen zu halten, da sonst eben Algenproblem. Dass man das sowieso nicht verhindern kann ist klar. Wir wollen im Teich sowieso nur Seerosen, da uns jede weitere Uferbepflanzung den Teich optisch weiter verkleinert und es soll auch Wasserfläche sein. Die Bepflanzung sehe ich eher auf der Uferterrasse und im Ufergraben.

Ich hab gestern auch nochmal mit Herrn Mausolf gesprochen. Wir bauen nun ringsum den Uferwall mit Pflastersteinen, vll. diese auch längs, sodass der Wall eher schmal wird (bei 10 x 20 cm Rechtecksteinen plus Ansattelung evtl. Gesamt 30 cm breit). Damit wahrscheinlich auch nicht so gut begehbar, aber evtl. können wir auf der Nordseite neben der Trockenmauer einige Platten hinlegen wenn wir wirklich dorthin müssen.

Ich denke wir bauen den Wall auch sofort (also nicht wie empfohlen nach Einlassen des Wassers auf 10 cm) und können, sollten wir hier wirklich Fehler feststellen, auf die Rechtecksteine nochmal Sandlehmgemisch legen (soll eh gut sein fürs Anwachsen der Pflanzen wenn man unter die Ufermatte noch was reintut).

Frage ist noch, ob wir die steilen und steinigen Hänge vermörteln bevor wir das Vlies drauflegen oder nur Vlies, evtl. doppelt udn dann Folie und Verbundmatte und dann vermörteln, also den Teich panzern sollen. Evtl. stelle ich mir das stabiler vor wenn man später mal reinsteigt bzw. bei den Steilwänden wäre durch die Panzerung die Folie besser geschützt. Müsste ich bei NG nochmal nachfragen wozu die raten.

Hast du denn das rangebaute Ufer mit Handstampfer verdichtet (bzw. wie darf ich mir das von dir beschriebene Ufer aus "Schotter und Mörtel und Betonpflaster" vorstellen)? Ich dachte wir nehmen hierfür entweder das lehmige Steingemisch aus dem Teichboden oder Frostschutz und verdichten diesen auf alle 10 cm. Habe bei dieser Version aber schon Angst, dass das mit Handstampfer nicht ausreicht und das nachsackt und den Uferwall instabil macht. Aber wg. der Trockenmauer können wir keinesfalls eine Rüttelmaschine benutzen.

Dass der größer geplante Ufergraben die Blickrichtung verdeckt ist nciht schlimm, da dass ja keine Blickrichtung von uns ist, sondern von Fußgängern, die da vorbeigehen und reinschauen und da ist es für uns eher ein Sichtschutz, also gewollt.

Ich habe gestern auch noch mit der Pflanzenabteilung von NG gesprochen wg. der Nordseite und ob es besser ist, dort einen breiteren Ufergraben zu machen und da hinein Sichtschutzbepflanzung oder wenig bis garnkeinen Ufergraben und die Sichtschutzbepflanzung außerhalb. Man riet mir zu außerhalb des Ufergrabens da eine hohe Sichtschutzbepflanzung einen Ufergraben mit 40-50 cm Tiefe und 50-75 cm Breite benötige, was dort ja nicht geht. Wir haben dort an der engsten Stelle 1m zur Verfügung. Der Wall braucht 30 cm. Also evtl. machen wir dort einen 10-20 cm Ufergraben (hätte so gerne Bludweiderich dort) und dann niedrigen Chinaschilf (wächst nur horstig) oder nur Chinaschilf. Ich asse Efeu udn ich bin auch kein Heckenfreund und will dort auch kein Klettergerüst. Wenn dann irgendein Gras oder hohe Blumen, etwas was zur Umgebung eines Teiches passt.

Zu unserer Trockenmauer: Da unser Grundstück zur Nordseite hin abfällt, ist hier die Trockenmauer ca. 1,10 m hoch, an der Südseite zur Straße sind dort nur zwei kleine Steinreihen. Dort soll auch der Minibagger (1 m breit) zwischen zwei Sträuchern durchfahren und den tiefen Teil ausbaggern.

Bzgl. der Höhen hab ich mir nun folgendes notiert:

Uferwall: + 5 cm (dieser soll an einer gewollten Stelle etwas tiefer sein für den Überlauf
Überlauf: +2-3 cm
Uferband: +5 bis +8 cm (also höchster Punkt) Norbert Jorek schreibt mind. Höhe Wasserspiegel. Die Frage ist, ob das Uferband auch nochmals eine tiefere Stelle haben muss, da der Überlauf ja innerhalb des Uferbands ist (?)

Die Teichmädels haben z.B. gebaut:

Uferwall + 5
Uferwall an einer Stelle 2 cm niedriger, also +3
Überlauf dann auf +1 cm
Uferband auf +2

LG
Sony

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24 März 2021 07:33 #31319 von Alfons-Teich
Hallo Sony,

leider springt mir kein anderer Teichfreund zur Seite, um Deine Bedenken zu zerstreuen. Immer wieder ein neues Thema anzufangen, hilft auch nicht gerade, die Informationen zu Deinem Projekt zusammenzuhalten.
Beigefügt habe ich eine schnelle Skizze zu meinem Vorschlag des Teichrandaufbaus.
An meinem Teich bin ich auch der Profilempfehlung gefolgt und habe einen Uferwall + 5 cm gebaut. Dahinter kommt das Uferband, welches die Folienoberkante noch mal 5 cm höher hält. Wegen Wellenschlag beim Baden (und damit drohendem Wasserverlust) hielt ich diesen Uferbau für sinnvoll. Aus heutiger Sicht würde ich den "Uferwall" zwar immer noch mit den Betonsteinen bauen, die Oberkante aber auf +/- 0 cm festlegen. Das würde ungemein helfen, das Ufer schön zu begrünen. Auf der Anböschung des Walls spülen mir kleine Wellen und der Regen den Sand immer wieder hinunter auf die - 10 cm-Terrasse und Pflanzen finden schlecht Halt. Ich weiß zwar, dass diese Begrünung Zeit braucht, aber meine Ungeduld teile ich mit nahezu allen Teichfreunden. Bei Euren 18 m² ist nun gar nicht mit Wellen zu rechnen, da würden die 5 cm "Auslaufschutz" durch das Uferband völlig reichen.

Die Festlegung der Uferlinie durch eine Betonsteinreihe halte ich für eine sinnvolle Bauweise, auch wenn sie nicht unbedingt notwendig wäre. Zum einen muss in fast allen Gärten die Mutterboden/Humus-Schicht abgetragen und einigermaßen standfest wieder aufgebaut werden. Zum anderen hat man eine gut definierte Höhenlinie. Deine Angst möchte ich zerstreuen: Es ist bei Eurer Teichgröße möglich, diese gleichmäßig hohe Steinreihe mit gewisser Sorgfalt auch nur mit einer 2 m langen Wasserwaage zu setzen. Nutzt Ihr eine Schlauchwasserwaage oder einen Laser ist es überhaupt kein Problem, die Steine mit einer Ungenauigkeit von weniger als 5 mm zu setzen.
Für Eure "Sichtschutz"-Bepflanzung auf der Nordseite, die ja recht schmal ausfallen muss, habe ich noch eine Idee: Gut verankerte Pfosten mit Latten bzw. Seilen verbinden und mit Rankpflanzen bewachsen lassen. Schneller habt Ihr keinen 2 m hohen Sichtschutz, der nicht tiefer als 50 cm ist. Efeu ist immergrün (aus meiner Sicht eine Seuche, aber auch eine fantastische Bienen- und Vogelweide), wilder Wein, Hopfen, am besten kombiniert, sieht durch die verschiedenen Grüntöne und die spätere Herbstfärbung herrlich aus und unterscheidet sich wohltuend von der üblichen Einheits-Lebensbaum-Reihe. Eine solche oder auch eine Ligusterhecke hat bei 2 m Höhe eine Tiefe von mindestens 1 m, eher 1,3 m !

Gruß
Alfons
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22 März 2021 08:14 #31313 von Alfons-Teich
Hallo Sony,
hier mal meine Gedanken zu Deinen Plänen:
Bei einem Fisch- oder Schwimmteich wird auf klares Wasser höchsten Wert gelegt. Das schafft man nur, wenn das Wasser nährstoffarm ist. Da im nährstoffarmen Teich neben den Algen auch die Pflanzen nichts zu futtern haben, werden sie recht kümmerlich aussehen (oder eingehen). Um aber eine schön mit prächtig blühenden Sumpfpflanzen umgebene Wasserfläche hinzubekommen, baut man den Ufergraben. Damit trennt man die nährstoffreiche Erde im Graben vom nährstoffarmen Teich, sorgt aber über die Ufermatte, die beide Bereiche verbindet, für ständige Befeuchtung.
In meinem Verständnis ist ein Naturteich ein schön bewachsener Tümpel. Da kommt es nicht so auf die Nährstoffarmut an. Also stehen die Pflanzen im Teich, man muss keinen aufwendigen und platzraubenden Ufergraben bauen. Die Pflanzen brauchen aber Flächen, wo sie stehen können. Das heißt, die Flachwasserzone (-10 bis -30 cm, dort drauf 10..15 cm Sand/Lehm) vergrößert sich bis ganz nach außen.
Bauweise:
Für die Uferlinie habe ich Betonpflaster 10x20 cm 2. Wahl (sehr günstig beim Baustoffhändler) in Mörtel gelegt. Ich habe mir einen selbstnivellierenden Kreuzlinien-Laser (mit Empfänger) zugelegt. Der hat auf 10 m eine Ungenauigkeit von +/- 3 mm und mit Empfänger einen Arbeitsbereich von 50 m. Könnt Ihr Euch sicher auch leihen oder mit einem einfacheren Gerät in der Dämmerung rings um Euren Teich in 2 m Abständen Bewehrungsstäbe einschlagen und 50 cm über geplanter Wasserlinie Markierungen anbringen. Zwischen diesen Stäben könnt Ihr dann jederzeit Richtschnüre spannen und damit fast jeden Punkt auf der Teichfläche erreichen. Mit 10 m klarem PVC-Schlauch geht es auch nach alter Sitte, ist aber unpraktisch, wenn man wie ich oft allein arbeiten muss.
Mein Boden beginnt mit 30...40 cm feinstem Humus, den ich natürlich am Ufer abtragen und die Höhe mit Schotter und Mörtel und Betonpflaster wieder aufbauen musste. Dann kommt wunderbar formstabiler (aber auch irre klebriger) Lehm, der mit zunehmender Tiefe mit immer mehr Steinen durchsetzt ist. Holt man an den Hängen die Steine raus, entstehen Löcher, in die sich die Folie später hineindehnen kann. Lässt man die Steine im Boden, drücken sie unter Umständen spitz in die Folie. Also habe ich die gesamte Grube mit einer dünnen Mörtelschicht überzogen. Damit habe ich auch den freiliegenden Schotterunterbau des Ufer abgedeckt und eine flache Uferterrasse modelliert.
Deine geplanten 60° Hangneigung würde ich ohne Bedenken bis zu "fast senkrechten" 80° steiler bauen. Ob 45, 60 oder 80°, hier hält sich sowieso keine Pflanze. Also lieber steil hoch und oben eine breitere Flachwasserzone.
Das Uferband wird direkt hinter die Pflasterreihe gesetzt und überragt die Wasserlinie um etwa 4...5 cm. Das Uferband habe ich ganz zum Schluss montiert. Zum einen wollte ich diese Stolperkante vermeiden, zum anderen sollte so schnell wie möglich Wasser rein. Es gibt aber auch Teichfreunde, die die Schiene schon vorher montiert haben. Mit dem Einklemmen oder gar Abschneiden der Folie muss man aber wirklich warten, bis der Teich vollständig gefüllt ist und sich die Folie gesetzt hat.

Zu Eurem Layout: Der Ufergraben auf der Südseite (oder alternativ Flachwasserzone) wird mit entsprechendem Nährstoffangebot schön bewachsen sein. Damit verdeckt er aber aus dieser Blickrichtung viel Wasserfläche und verschattet diese. Insofern wäre es günstiger, diese Pflanzenzone nach Norden zu verlegen. Mein Vorschlag: Trockenmauer (wie hoch eigentlich, weil Du so viel Angst um deren Standsicherheit hast?), dann ca. 80 cm schmale Heckenpflanzen (nicht ideal), dann Uferband, dann eine Mulde ca. -20 cm, gefolgt von einer Terrasse abfallend von - 10 auf - 40 cm, gefüllt mit 15..20 cm Lehm/Sand-Gemisch. Die erste Mulde, nahe der Hecke, würde ich mit Sand/Kies füllen und dort hinein auf +10 cm Oberkante nicht zu flache Trittsteine setzen. In das Substrat auf der Terrasse kommen die Sumpfpflanzen. Das heißt, Du hast einen Weg zur Pflege Deiner "Sichtschutzbepflanzung" und Deiner Sumpfpflanzen, der aber schon bautechnisch im Teich verläuft.

Thema Minibagger: Ich habe ca. 100 m³ Erdreich ausgegraben und daraus einen "Berg" gebaut, der, um Platz zu sparen, auf der unsichtbaren Rückseite mit Betonpflanzkübeln und auf der Teichseite mit Trockenmauern abgestützt wird. Den allermeisten Teil habe ich mit Spaten und Schubkarre bewegt. Die zwei Tage auf dem Minibagger haben mir viel Spaß gemacht, mehr ging aber nicht. Es war nicht genug Platz da, um sich sinnvoll aufzustellen oder den Aushub zwischenzulagern. Außerdem hatte ich immer Angst, den wunderbar festen, gewachsenen Boden an den falschen Stellen zu lockern. Wenn ich mir Deine Fotos betrachte, frage ich mich, wo der Bagger zum Einsatz kommen soll. Ich hätte zuviel Angst um Trockenmauer oder Apfelbaum. Und Baggerfahrer wissen immer alles besser (Naturgesetz !) und machen nicht das, was man sich gedacht hat. Wenn man selber fährt, ist man anfangs nicht geschickt genug, das so fein hinzubekommen.
Bei Eurer Steinwüste ist die Handarbeit sicher kein Vergnügen, das verstehe ich. Aber alle Terrassen von Hand wieder aufbauen zu müssen, kostet auch viel Zeit und Mühe und Material.
Soviel für heute.

Gruß
Alfons

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